Sonntag, 3. April 2011

Den Aufsteiger ins Schwitzen gebracht ...

... und das lag nicht nur an dem phantastischen Frühsommerwetter.
Wir hatten zum Teil mitreißende Partien auf den Brettern und Fredersdorf konnte sich mit Müh und Not - oder auch mit Glück und Geschick - zum notwendigen 4,5:3,5-Sieg retten.
Lichtenberg hatte parallel hoch gewonnen und wäre bei einem weiteren halben Punkt unsererseits aufgrund der besseren Brettpunkte aufgestiegen.

Zuerst zu Brett 2: Hilmar kannte seinen Gegner und nachdem sich beide gegenseitig bewiesen hatten, daß sie sich in den praktischen Erfahrungen der Großmeister auskennen, einigte man sich nach nicht einmal 15 Zügen auf Remis.
Auch an Brett 3 (Ekkehard) und Brett 4 (Dieter) kam es zur Punkteteilung. Beide Schlußstellungen sahen sehr remisig aus. Zum Partieverlauf kann ich nicht viel sagen, da mich meine eigene Partie doch sehr in Anspruch nahm.
Uli verlor plötzlich seine Partie, nachdem ich noch kurz vorher eine zwar komplizierte, aber noch ausgeglichene Stellung gesehen hatte.
Somit führte Fredersdorf 2,5:1:5.
In meiner Partie (mit Schwarz an Brett 6) konzentrierten sich nach beiderseitigen kurzen Rochaden nahezu alle Figuren vor den jeweiligen Königsstellungen, aber keiner wagte die Öffnung einer Linie durch einen Bauernzug. Die Mitte war durch Bauern zugestellt und am Damenflügel standen sich ein weißer Turm + Bauer und ein schwarzer Turm + 2 Bauern gegenüber. Ich bot Remis.
In diesem Augenblick kippte die Partie an Brett 8. George verlor die Dame, ließ sich aber nichts anmerken. - Mein Gegner war geneigt, das Remis anzunehmen. - Das Brett 8 wurde belagert und plötzlich verlor auch Georges Gegner seine Dame. - Die Experten waren sich hinterher nicht einig, ob das nun erzwungen war oder ein Einsteller. Hier wäre die Partie zum Nachspielen für alle mal interessant. - Mein Gegner spielte weiter. Er verlagerte nach und nach seine Figuren auf den Damenflügel und ich verpaßte es am Königsflügel die halboffene f-Linie zu öffnen und dort ausreichend Gegenspiel zu organisieren. Das letztendlich entstandene Endspiel war für mich klar verloren und ich gab schließlich auf. Kurz zuvor hatte George seine Partie gewonnen.
Fredersdorf führte 3,5:2,5.
An Brett 1 und 5 wurde noch gespielt.
Alexander hatte sich und seine Stellung gerade durch eine Zeitnotphase über den 40. Zug gerettet.
Uli sagte mir: "Alex spielt phantastisch!".
Tomas befand sich im Endspiel mit eigenem Turm + 4 Bauern und hatte Turm und Springer ohne Bauern gegen sich.
Irgendwie sahen beide Partien gewinnbar aus. Die Unruhe auf Fredersdorfer Seite stieg und beide Bretter wurden belagert.
Tomas schaffte es letztendlich nicht den Sieg einzufahren, wobei sein Gegner sich allerdings sehr geschickt verteidigte. Hier gab es bestimmt Gewinnmöglichkeiten, aber das war kein einfaches Endspiel.
Somit 4:3.
Alexander war inzwischen in der nächsten extremen Zeitnotphase und schaffte trotzdem eine Gewinnstellung, verpaßte lediglich beim Blitzen einen möglichen erzwungenen Turmabtausch, der einen Partiegewinn in der verbliebenen Zeit noch ermöglicht hätte. So warteten alle Schaulustigen nur noch auf das Ablaufen der Zeit. 2 Sekunden bevor das soweit war, bot sein Gegner Remis.
Eine sehr faire Geste von Martin Sebastian!
Endstand: 4,5:3,5 für Fredersdorf und Glückwunsch zum verdienten Aufstieg!
Wir beenden die Saison nach 5 Siegen und 4 Niederlagen auf einem guten 5. Platz, den wir nach den 2 Auftakt-Niederlagen nicht mehr für möglich gehalten haben.

Eingestellt von Jens Prädel (Mannschaftsleiter der Zweiten)