Am vergangenen Sonntag ging es für unsere Erste ins Kneipen-Hinterzimmer von CFC Hertha/Lavandevil. Unserem Schweden hat das Ambiente richtig gut gefallen - was der wohl zu Hause immer so getrieben hat? Die Platzverhältnisse waren etwas beengt, dafür waren die Schachspieler aber unter sich. Kurz nach neun Uhr hatten sich unsere Mannen vollzählig im Lokal versammelt, der gegnerische ML begrüßte alle kurz und knackig und dann gings auch schon los.
Der fünfte Spieltag sah gleich eine Premiere: Meines Wissens war es das erste Mal in einem Mannschaftskampf, dass ich meine Partie als Erster mit einem Friedensschluss beendete. Mein höher gewerteter Gegner Bert-Jürgen Hankow unternahm aber auch nichts, um mich zu Feindseligkeiten anzustacheln. Da ich ebenfalls friedlich aufgelegt war und die Mehrheit der anderen Bretter recht gut aussah, mündete die fast symmetrische Stellung um halb elf in ein Remis.
Recht kurz darauf kippten allerdings die Partien von Uli und dem Doktor. Ulrich war wohl noch platt vom Donnerstag und übersah ein kurzzügiges Matt (trotzdem Dank für die Fotos :-), während Hans-Dieter ein weiteres Mal tapfer kämpfte, aber ebenso leer ausging. Seinem abgelehnten Remisangebot folgte das Übersehen eines tödlichen Königsangriffs.
Plötzlich drohte daher der ganze Mannschaftskampf zu kippen: Joker Jens-Ole hatte sich gegen eine Übermacht von 300 DWZ-Punkten eine tolle Stellung erarbeitet, fand aber bei schwindender Zeit nicht den Ausheber. Und Alex machte es wieder wieder wieder wieder wieder, oh, sorry, wo war ich? Ah ja - wieder einmal spannend: 20 Züge zu spielen und 3 Minuten auf der Uhr...
Also durfte Hilmar - solide wie bisher in JEDER Runde, d. h. ohne Verlustpunkt - als nächster einlochen. Er überspielte seinen Gegner sauber am Königsflügel und scherte sich nicht um dessen Majorität am Damenflügel. Nach dem, was ich gesehen habe, kann er einfach besser mit der Dame umgehen als die Meisten. Sein Geheimnis ist wohl eine lange und glückliche Ehe?! Nehmt euch ein Beispiel daran, Leute! ;-)
Nun war aber endlich Jens-Ole dran: Sein Gegner musste nach ungenauem Spiel eine Figur geben und stellte auch im weiteren Verlauf keine größeren Aufgaben mehr. Ein toller Einstand in der ersten Stadtklasse, Gratulation! Einen winzig kleinen Teil seines Punktes beansprucht der capitano aufgrund der Teamauswahl für sich...
Bei Alex nahm die Partie heute ebenfalls ein gutes Ende. Von den oben erwähnten 20 Zügen musste er nämlich nur noch ca. 10 spielen, bis das Matt perfekt war. Klasse gemacht, zumal sich der gegnerische ML Robert Radke mit einem Qualitätsopfer noch zäh zur Wehr gesetzt hatte.
El primero hielt am ersten Brett die NARVA-Fahne hoch und erzielte gegen DWZ Ü2000 einen halben Punkt, der einen Mannschaftspunkt sicherte. Teamtechnisch gedacht und uneigennützig auf das vielleicht bessere Endspiel verzichtet, sehr löblich. Meine Kollegen aus der zweiten Mannschaft werden sich an ein Auswärtsspiel bei der SG Wedding erinnern, wo ich anders gehandelt habe... Im Übrigen stand Tomas' Partie nie auf der Kippe - da guckt wohl einer ganz scharf auf DWZ 2000?
Als letzter war heute Ekke am Ball, äh, Brett. Da gab es natürlich wieder Furioses zu sehen: Erst bekommt sein Gegner mit Schwarz einen prima Königsinder hin, dann bildet Ekke einen entscheidenden Freibauern, dann steht sein König luftig, dann schlägt er auf f7 ein... Wir sind noch nicht fertig: Kurz darauf droht Dauerschach, plötzlich wird die Zeit knapp, Ekke weicht beim Stand von 4:3 (für uns!) einer Zugwiederholung aus(!!) und dann... fällt das Blättchen im 40. Zug beim Gegner!!! Robert Radke, an diesem Tag auch SR, schritt sofort ein und entschied auf Partieverlust für seinen Teamkollegen. Fand ich sehr fair, denn ich hatte das so richtig gar nicht mitbekommen bei diesen komischen Silver-Uhren. Ob ich was gesagt hätte? Wohl kaum...
In jedem Falle hat die Hertha Sportsgeist gezeigt - und mit einem Sieg gegen die SG Lichtenberg kann man doch nicht absteigen, oder?
Für uns sieht es nun mit 6 MP sehr gut aus - bei einem Sieg in drei Wochen gegen Berolina sind wir schon durch mit dem Klassenerhalt. Klingt doch super, packen wir's an!
P.S.: Bitte beachten! Die nächste Runde am 13. Februar spielen wir ausnahmsweise in der Modersohnstr. 55 am S- und U-Bahnhof Warschauer Straße - sonst das Spiellokal der Dritten!
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| Alles noch ruhig - im Vordergrund grübelt Jens-Ole über seine Eröffnung (Foto von Ulrich) |
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| Ekkehard und Hilmar "der Fels", beim capitano ist schon Ruhe (Foto von Ulrich) |
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| El primero bei der Arbeit - auch unter der Woche wird viel am Schach gearbeitet (Foto von Ulrich) |
Eingestellt von Rudolf Lange (ML der Ersten)


